Sonntag, 31. August 2008

Wenn es meine eigene Familie betrifft ist alles ganz anders. Die kleine OP, die Scarlett heute morgen durchstehen muss macht mich gründlich nervös und erfüllt mich mit Mitleid für die zarte Maus, bevor sie angefangen hat. Dabei ist eigentlich kein Grund zur Besorgnis und so zart ist sie auch nicht - sie kultiviert dieses Bild von sich nur sehr geschickt.
Tut das nicht jeder - ein Bild von sich entwerfen und verfolgen? Warum verblüfft es so bei einem Hund? Weil die Legende sagt ein Hund könne nicht lügen. Dabei lügen Hunde oft - sie geben Signale um uns zu beeinflussen. Bedeutet das nicht eine bewußte Handlung ? Tatsächlich ist selbst die Treue eines Hundes keine Selbverständlichkeit wie gerne angenommen. Wir werden zwar reich beschenkt, wenn sie uns gewährt wird aber es gibt kein Anrecht darauf.
Ich habe einmal gelesen, dass die Chinesen glauben man werde als Hund wiedergeboren, wenn man als Mensch illoyal gewesen sei.

Nun der kleine Knubbel an Scarletts Knie wird aus Vernunftsgründen heute entfernt - noch stelle ich meine Gefühle nicht über das was ich gelernt habe.

Mit den Kindern geht mir das oft anders. Trotz Elterntraining und Erziehungsberatung setze ich wenig vom Erlernten um und ertappe mich immer wieder dabei, wie ich aus dem Bauch heraus agiere. Was die bessere Methode ist kann ich bis jetzt nicht entscheiden.

Donnerstag, 14. August 2008

Weiß jemand, wie schnell sich der durchschnittliche Schüler bei seinen Lehrern unbeliebt machen kann? Nicht daß ich glaube meine Kinder seien durchschnittlich. Sie sind ganz zweifellos überdurchschnittlich. Nur daß ich mir ein wenig mehr Durchschnittlichkeit gelegentlich wünschen würde.
Zum Beispiel wenn mein Junior gleich am ersten richtigen Unterrichtstag eine Viertelstunde länger bleiben muss - weil er den funkelnagenneuen Tisch absichtlicherweise mit Krakeleien verziert hat. Und wenn er am zweiten Tag selbiges mit seinem Arbeitsblatt fortführt.
Aber auch wenn mein ewig barfüßiger Wirbelsturm (wieso gibt es keine weibliche Form von Sturm: Tornado, Taifun, Hurricane - alles männlich) ihre Begabung darin ausdrückt zwei Stunden lang falsche Lösungen für die öden Rechnenaufgaben zu erfinden.
Immerhin hat sie bei ihrem Schulstart vor zwei Jahren ganze fünf Tage gebraucht, bis sie ihrer Lehrerin eine Topfpflanze vor die Füsse warf.

Der Laufzettel meines Lebens vom gestrigen Tage enthielt auch den Punkt: Kinder zum Karate (ob es so klug ist diese Kinder in einer Kampftechnik ausbilden zu lassen?). Für Freund Fabi das erste Mal. Beim Abholen ließ sich R. erschöpft in einen Sessel fallen, wischte sich den Schweiss von der Stirn, blickte mir tief in die Augen und sagte: Der ist ja genau so wie Lili. Schwang da etwas wie Bewunderung in seiner Stimme mit und war es bloß Mitleid ? Der Mann hat mindestens den schwarzen Gürtel und den Ruf besonders streng zu sein.
Ganz offensichtlich sind meine Kinder von dieser Demonstration glatzköpfiger Männlichkeit vollkommen unbeeindruckt.
Mit einem mehr als vierundzwanzigstündigen Abstand kann ich das möglicherweise auch als eine positive Eigenschaft ausdeuten - gestern fehlte mir dazu um ehrlich zu sein die notwendige heiligenmäßige Gelassenheit.

Ich höre Sirius an der abgeschlossenen Schlafzimmertür randalieren, und gehe wohl besser rauf und ins Bett bevor er die Tür eintritt. Abschließen erschien mir sinnvoll, da er in trunkener Liebestollheit mangels williger Weiblichkeit die Bettdecke meines menschlichen Bettnachbars zerlegt hatte. Jetzt zerlegt er die Tür, weil er schlafen will.
Nicht schlafen wird unser Whisky - seines Zeichens Schafbock, der mit einer albern aussehenden Lederschürze um den Bauch heiser brüllend schmachtend am Zaun zur Mädelswiese randaliert.
Das hübsche Schürzchen nennt man mißverständlicherweise Bockschürze, dabei soll es gerade verhindern daß er tut was er am liebsten tut, falls er es doch wieder schafft den Zaun zu überwinden.

Montag, 11. August 2008

Fabi beim Schulanfangsgottesdienst.

Pastorin: Jetzt singen Eure Eltern und Geschwister für Euch das Lied vom Blatt - Ihr könnt ja noch nicht lesen.
Fabi (sehr laut): NATÜRLICH kann ich schon lesen.
Patorin: Na ja, ein bißchen.

Fabi, zwei Minuten später (nicht viel leiser): Du hast die dritte Strophe vergessen!!

Mittwoch, 6. August 2008

Der Urlaub war ein voller Erfolg, selten habe ich mich so entspannen können - und das obwohl Fabi täglich zwanzigmal Grenzen getestet hat (aber das kennen wir ja aus jedem Urlaub). Der Moby Truck hat uns brav von Ort zu Ort gebracht und sogar die Hunde haben das ganze genossen. Ich hatte wegen unserer Sofaprinzessin ja mit Schwierigkeiten gerechnet, aber sie war ganz wunderbar: aufmerksam, neugierig und sehr gelassen, selbst wenn wir sie am Wohnmobil anbinden mußten. Nur dass sie und Sirius dann Houdini mit ihren Leinen gespielt haben: zweimal um die eigenen Füße, dann um einen Menschen, um die Leiter und schließlich unter dem anderen Hund durch - und dann ein unglückliches "Hol-mich-hier-raus" :-).

Wieder zuhause angekommen ging es natürlich nicht so entspannt weiter. A. hat die Praxis zwar gut betreut, aber eine Durchsicht meiner Kartei läßt vermuten, dass sie angefangen hat Kunden abzuwerben. Heute nachmittag führe ich ihre Nachfolgerin D. durch die Praxis und zeige ihr erstmal die Abläufe. Hoffentlich kommen wir zusammen klar!

Obendrein ist Fabi gerade mit Papa zum Augenarzt, im Urlaub kam mir trotz aller Einschulungsuntersuchungen der Verdacht, dass er auf die mittlere Entfernung nicht gut sieht.
Übrigens haben wir im Urlaub einen wertvollen Tipp bekommen, was die Kids angeht: www.paepki.de Es gibt sogar in Vlotho eine Therapeutin - das wollen wir auf jeden Fall noch probieren.
Ich habe in den letzten Tagen viel darüber nachgedacht, wie Dinge zusammenhängen. Auf dem ersten Campingplatz habe ich gegen meine Gewohnheit einer Familie eine Beratung zu ihrem Hund angeboten. Auf dem zweiten sprach mich dann eine Frau von selbst auf die Kinder und paepki an. So kam das Gute, das ich gegeben hatte ganz schnell zu mir zurück (nein, ich glaube nicht an Kettenbriefe ;-) ).

Der Preis für den Urlaub ist die doppelte Arbeit jetzt - ich weiß vor lauter Kram auf dem Schreibtisch nicht womit anfangen *seufz*. Aber jetzt gehe ich erst mal arbeiten :-).