
Sonntag, 29. März 2009
Sonntag, 15. März 2009
Der Regen fällt in feinen Fäden, beständig und ausdauernd aus dem eintönigen Grau. Den ganzen Tag ist es nicht wirklich hell geworden und wir haben den Sonntag wie schon den gestrigen Tag mit Tee, Kerzen und ruhigen Beschäftigungen verbracht. Fabians Prinzenpuzzle ist endlich fertig geworden und wartet jetzt zusammengerollt auf Kleber und Brett, damit es aufgehängt werden kann; und ich habe Guido aus Tintenherz vorgelesen. Wie lange sind wir dazu nicht mehr gekommen.. Auch Lili war heute entspannt, nachdem wir gestern fast 3 Stunden mit ihr Köpfchenarbeit betrieben haben - Mathe, Bio, Englisch... sie saugt alles auf wie ein Schwamm und kann nie genug lernen. Heute konnte sie dann ganz ruhig sein und beim puzzeln helfen, jetzt wechselt sie gerade Wasser in ihrem Aquarium.
Selbst der Blick aufs Konto war heute erfreulich - das Finanzamt hat die Eigenheimzulage überwiesen, wir waren der Meinung dieses Jahr keine mehr zu bekommen. Jetzt kann ich mir den interaktiven Französischkurs leisten, mit dem ich schon so lange flirte. Sollten wir trotz der angespannten Lage im Nordwesten Afrikas die geplante Strecke nächstes Jahr fahren, werde ich mich mit besseren Sprachkenntnissen viel sicherer fühlen. Und wenn wir doch nach Kapstadt verschiffen müssen, dann habe ich eben was fürs Leben gelernt ;-). Außerdem lässt sich Lili vielleicht mit dem Programm auch ködern.
Dennoch können wir nicht den ganzen Tag abschalten - Guido telefoniert gerade mit der FAS-Selbsthilfegruppe, denn der Kreis hat unsere Anfrage nach einem Schulbegleiter für Fabi ans Jugendamt (?!?!) weitergeleitet mit der Begründung, der Junge sei ja normal intelligent und nicht körperbehindert, und deshalb sei das Jugendamt zuständig.
Obendrein macht die Tierärztekammer Ärger mit einer Nachforderung von über 1000 Euro, weil ich jetzt rückwirkend doch als Tierärztin mit Praxis eingestuft werden soll. Das liegt bei der Anwältin - Magenschmerzen macht es mir doch. Nicht so sehr wegen des anderweitig dringender benötigten Geldes (die Praxis bräuchte wirklich ein neues Magnetfeldgerät), sondern einfach nur wegen der Mißstimmung, die in der Luft hängt wie eine giftige Wolke.
Warum können unklare Dinge nicht in freundlichen persönlichen Gesprächen geklärt werden, sondern kommen immer gleich in formellen Schreiben mit Rechtsbehelfsbelehrung. Das Leben ist zu kurz für diese unpersönlichen Urteile und unnötigen Drohungen zwischen Menschen, die gar nicht den selben Informationsstand haben. Aber der Informationsstand beider Seiten wird erst im zweiten oder dritten Widerspruch auf einen gemeinsamen Nenner gebracht. Was für eine Vergeudung von Zeit und Nerven aller.
Selbst der Blick aufs Konto war heute erfreulich - das Finanzamt hat die Eigenheimzulage überwiesen, wir waren der Meinung dieses Jahr keine mehr zu bekommen. Jetzt kann ich mir den interaktiven Französischkurs leisten, mit dem ich schon so lange flirte. Sollten wir trotz der angespannten Lage im Nordwesten Afrikas die geplante Strecke nächstes Jahr fahren, werde ich mich mit besseren Sprachkenntnissen viel sicherer fühlen. Und wenn wir doch nach Kapstadt verschiffen müssen, dann habe ich eben was fürs Leben gelernt ;-). Außerdem lässt sich Lili vielleicht mit dem Programm auch ködern.
Dennoch können wir nicht den ganzen Tag abschalten - Guido telefoniert gerade mit der FAS-Selbsthilfegruppe, denn der Kreis hat unsere Anfrage nach einem Schulbegleiter für Fabi ans Jugendamt (?!?!) weitergeleitet mit der Begründung, der Junge sei ja normal intelligent und nicht körperbehindert, und deshalb sei das Jugendamt zuständig.
Obendrein macht die Tierärztekammer Ärger mit einer Nachforderung von über 1000 Euro, weil ich jetzt rückwirkend doch als Tierärztin mit Praxis eingestuft werden soll. Das liegt bei der Anwältin - Magenschmerzen macht es mir doch. Nicht so sehr wegen des anderweitig dringender benötigten Geldes (die Praxis bräuchte wirklich ein neues Magnetfeldgerät), sondern einfach nur wegen der Mißstimmung, die in der Luft hängt wie eine giftige Wolke.
Warum können unklare Dinge nicht in freundlichen persönlichen Gesprächen geklärt werden, sondern kommen immer gleich in formellen Schreiben mit Rechtsbehelfsbelehrung. Das Leben ist zu kurz für diese unpersönlichen Urteile und unnötigen Drohungen zwischen Menschen, die gar nicht den selben Informationsstand haben. Aber der Informationsstand beider Seiten wird erst im zweiten oder dritten Widerspruch auf einen gemeinsamen Nenner gebracht. Was für eine Vergeudung von Zeit und Nerven aller.
Donnerstag, 12. März 2009
Der Amoklauf tobt durch die Medien. Guido läuft nur noch mit blassem Gesicht herum. An seiner Schule gab es letztes Jahr schon einmal konkrete Drohungen und sogar eine Ankündigung.
Einer seiner Schüler ist schwerst psychotisch und eine ständige Gefahr. Er schreibt Drohbriefe an Lehrer und glänzt mit düsteren Sprüchen man werde schon sehen. Man kann ihn nicht einfach in eine geschlossene Abteilung einweisen. Man kann ihn aber auch nicht von der Schule verweisen, dann würde er wahrscheinlich sofort durchdrehen - aber ihn an der Schule zu ertragen ist auch nicht einfach. Wird ihm der Alptraum in Winnenden jetzt noch Auftrieb geben? Ist es wirklich klug von der Presse so viel über den Täter zu schreiben und sein Portrait zu veröffentlichen? Reizt so viel publicity nicht zum Nachahmen? Und so geht Guido mit schlechtem Bauchgefühl zur Arbeit und ich sitze hier und versuche mich abzulenken.
Einer seiner Schüler ist schwerst psychotisch und eine ständige Gefahr. Er schreibt Drohbriefe an Lehrer und glänzt mit düsteren Sprüchen man werde schon sehen. Man kann ihn nicht einfach in eine geschlossene Abteilung einweisen. Man kann ihn aber auch nicht von der Schule verweisen, dann würde er wahrscheinlich sofort durchdrehen - aber ihn an der Schule zu ertragen ist auch nicht einfach. Wird ihm der Alptraum in Winnenden jetzt noch Auftrieb geben? Ist es wirklich klug von der Presse so viel über den Täter zu schreiben und sein Portrait zu veröffentlichen? Reizt so viel publicity nicht zum Nachahmen? Und so geht Guido mit schlechtem Bauchgefühl zur Arbeit und ich sitze hier und versuche mich abzulenken.
Sonntag, 8. März 2009
Die ausgefallene Heizung bei Blümchen am Donnerstag quittiert mein Körper noch abends mit Schüttelfrost und Fieberschüben in der Nacht. Übers Wochenende entwickelt sich eine ungesunde Mischung aus Magen-Darm-Infekt und Schleimhautentzündung - kein Wunder bei dem stressfreien Leben hier. Und so liege ich bei Haferflocken und Pfefferminztee hilflos in der Ecke und sehe mürrisch zu, wie mein Wochenende vorbeidämmert.
Draußen spielt der März April und drinnen tut meine Tochter das Gleiche. Ich sehne mich dringend nach ein paar ruhigen Tagen, aber kaum ist einer in Sicht schon schlägt das schlechte Gewissen zu und hält mir all die unerledigten Dinge vor. Da ist so ein bißchen Bauchschmerz richtig praktisch - wenigstens schweigt das Gewissen.
Ich nehme an, Sirius Gewissen schweigt auch - jedenfalls schläft er selig auf Couch. Viel bequemer als die arme Katze draußen auf der Birke, auf die er sie heute morgen gejagt hat.
Draußen spielt der März April und drinnen tut meine Tochter das Gleiche. Ich sehne mich dringend nach ein paar ruhigen Tagen, aber kaum ist einer in Sicht schon schlägt das schlechte Gewissen zu und hält mir all die unerledigten Dinge vor. Da ist so ein bißchen Bauchschmerz richtig praktisch - wenigstens schweigt das Gewissen.
Ich nehme an, Sirius Gewissen schweigt auch - jedenfalls schläft er selig auf Couch. Viel bequemer als die arme Katze draußen auf der Birke, auf die er sie heute morgen gejagt hat.
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