Sonntag, 21. Februar 2010

Nach einigen Minuten intensiver Suche bin ich fündig geworden. Fünf Schneeglöckchen haben ihre grünen Spitzen zaghaft zwischen dem noch verbliebenen Schnee nach oben geschoben. Glücklich habe ich die zerfetzte Hundedecke und den zerbissenen Lederhandschuh vom Rasen geerntet und weniger glücklich festgestellt, dass die Ernte an Hundehaufen mal wieder besonders reichlich ausfällt. Für die Nachbarn muss ich ein merkwürdiges Bild abgegeben haben, wie ich noch erhitzt vom Böden putzen und im kurzärmeligen T-Shirt murmelnd und gebückt durch den Schnee gestapft bin. Aber es hat sich gelohnt. Fünf Schneeglöckchen sind ein Sonnenstrahl, den der trübe Tag allen anderen verwehrt hat.

Montag, 15. Februar 2010

So langsam steigt das Reisefieber. Und mit der erhöhten Temperatur nimmt auch die Frequenz der google-Nutzung zu: Wann ist eigentlich die Regenzeit in Kenia?, Wie kommen wir am besten durch den Sudan?, Mursi in Oma Valley oder Gorillas in Ruanda? Vieles werden wir erst unterwegs entscheiden können oder müssen, manches erledigt sich am Rechner (ja, wir kommen vermutlich während der kleinen Regenzeit nach Kenia, und nein, die Gorillas zu sehen können wir uns gar nicht leisten (500 Dollar pro Stunde).
Mit der einsetzenden Vorfreude ist Guido zu jener fiebrigen, zielgerichteten Aktivität entbrannt, an die ich mich nur noch verschwommen erinnern konnte, war sie doch zwischen Kindern, Rechnungen und Schule im Phlegma versunken. Aber nicht untergegangen, wie sich jetzt herausstellt. Und so habe ich den gestrigen Valentinstag stillvergnügt lächelnd im Herzen gefeiert und keine Blume vermisst.

Sonntag, 7. Februar 2010

Natürlich ist die Spülmaschine kaputt. Es wäre auch wahrhaftig seltsam, wenn sie bei der allseits schlechten Stimmung nicht auf ihre hohe Sensibilität pochen würde und sich weigerte Wasser zu ziehen. Ein Blick auf die Rechnung und meine Laune sinkt noch weiter: Die Garantie ist am 29.1. abgelaufen.
Und während ich Spülbecken um Spülbecken mit Wasser fülle versucht mein GöGa den PVC im kleinen Behandlungszimmer zu verlegen - gar nicht mal schlecht, wenn er nur nicht ganz so nörgelig wäre: Es wird ewig dauern diesen Schrank auszuräumen (15 Minuten). Es wird Tage dauern, diesen Teppich abzukratzen (2 Stunden). Und als er mir nach Stunden fleißiger Arbeit ein ordentliches Ergebnis vorführt und ich es wage zu bemerken, der PVC müsse verklebt werden ist er so gereizt dass er mich nur noch anblafft. Kein Wunder, dass er Lehrer geworden ist - die Schüler müssen sich das gefallen lassen.
Derweil sucht meine kratzbürstige Tochter ihren Rucksack, den sie morgen zum Methodentraining nun mal braucht und mault dabei halblaut vor sich hin. Es ist ja auch wirklich eine Unverschämtheit, dass ich nicht einfach einen Ersatzrucksack aus dem Schrank ziehe sondern eine umfassende Suchaktion verlange.
Aber immerhin ist sie leiser als Fabian, der sein Zimmer aufräumen soll.
Ich würde jetzt gern eine Runde rumschreien - nur leider bin ich seit Tagen völlig heiser, und gehöre eigentlich ins Krankenbett.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Waren es die Inuit, die 50 Wörter für Schnee kennen oder die Samen? Mir fällt kein einziges neues Wort für diesen widerlichen Matsch auf den Strassen ein, und auch die dreckigen Eisknubbel und schmierigen Überzüge lassen keine Kreativität bei mir aufkommen. Vielleicht muss Schnee schön sein um 50 Namen zu verdienen.
Die Praxis stand letzte Woche beinahe still und versetzte mich damit in Panik. So sehr ich es hassen würde als Angestellte zu arbeiten - wenigstens käme regelmäßig Geld rein. Ausgerechnet jetzt wo die Zahlung ans Finanzamt so drückt habe ich kaum was zu tun. Natürlich liegt das aller Wahrscheinlichkeit nach an der allgemeinen Strassenlage, aber es macht mich verrückt. Außerdem könnte ich mich als Angestellte jetzt ein paar Tage krankschreiben lassen, wie mein GöGa und meinen aufziehenden Husten austreiben.