Weihnachten und Urlaub sind vorübergeflogen, aber dennoch geruhsamer verlaufen als es sich in der Vorweihnachtszeit andeutete. Selten bin ich so gut erholt aus Dänemark wiedergekommen - ich mußte nicht arbeiten, das Wetter war herrlich, die Kinder gut gelaunt und die Hunde gesund. Auch die Rollstuhldackeline war die reinste Freude: Immer gut gelaunt rollte sie den Strand entlang und war ein Bild der Lebensfreude.
Lebensfreude: Das ist es was man einem gesunden Hund täglich ansieht, und diese Freude färbt auf uns ab und macht uns Hundehalter zu den glücklicheren Menschen. Zu sehen mit welcher Kraft Scarlett die Dünen hinunterjagte nur um des Laufens Willen, wie Eila die Nase und die Ohren in den salzigen Wind hielt und Sirius sich nur aus Übermut auf dem vereisten Strand wälzte - das macht glücklich.
Wann sind wir so haltlos glücklich? Wenn wir sehr jung und sehr verliebt sind vielleicht. Als Kinder wenn uns Eltern und Lehrer lassen. In kurzen Momentaufnahmen, die kaum die nächste Stunde überdauern.
Ich versuche die Stimmung ein wenig länger zu bewahren, freue mich über die schneebedeckte Postkartenidylle, den Spatz am Futterbrett und die Fasanenfamilie, die während der Ferien in unserem Garten eingezogen ist. In der Praxis ist es wetterbedingt etwas ruhiger (die Kinder im Schnee glücklich zu sehen, ist auch eine gute Therapie....) und ich kann auch das genießen.
So verkraften wir alle den ersten Tiefpunkt des Jahres etwas besser: Lilis Klassenlehrerin von der für unser sensibles Kind so viel abhängt ist schwanger und wird vermutlich nicht mehr lange da sein. Das bedeutet auf jeden Fall neue Ansprechpartner und erhebliche Unruhe mit wechselnden Vertretungen und möglicherweise auch Schlimmeres (Eine der Lehrerinnen, die die Klasse ab Sommer übernehmen könnten ist ausgerechnet die Religionslehrerin). Bis jetzt hält sich Lili - nach dem ersten großen Tränenausbruch - recht tapfer und benimmt sich in der Schule einigermaßen. Ich denke für sie ist das der erste Liebeskummer, aber eben leider nicht das erste Mal Verlassenwerden. Und wie jede Mutter hätte ich sie gern noch lange davor beschützt.
Freitag, 9. Januar 2009
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