Als ich dreizehn war und meine ganze Stirn von häßlich roten beuligen Pickeln bedeckt, versprach meine Mutter dies würde sich ändern wenn ich erwachsen wäre. Als ich erwachsen war und die Pickel kleiner aber dafür zahlreicher sagte sie, ich solle mich freuen, denn Frauen mit fettiger Haut bekämen weniger Falten. Sie hat zweimal gelogen. Heute kämpfe ich gegen Pickel und Falten und welcher der beiden Kämpfe der hoffnungslosere ist vermag ich nicht zu sagen.
Inzwischen habe ich eine Tochter deren Näschen neulich von einem allerersten winzigen Pickelchen verunziert wurde. Lilis Reaktion darauf spiegelte ein überraschendes Selbstbewußtsein: Ich habe einen Pickel auf meiner ma-kel-lo-sen Haut!! Das ist eine Un-ver-schämt-heit!!
Sollte ich ihr sagen, die Pickel würden verschwinden wenn sie älter würde? Ein Blick in mein Gesicht hätte mich verraten. So sagte ich nur: Komm, ich zeig dir, wie man ihn fast unsichtbar macht.
Kosmetik ist die Lösung unserer Zeit für beinah alle Probleme - vielleicht hätten wir weniger davon, wäre die Kosmetik nie erfunden worden. Dann wären die Pharonen weniger geheimnisvoll und das Rokoko lustlos gewesen und wir wären vermutlich ein gut Teil vernünftiger, praktischer und sicherlich ehrlicher.
Donnerstag, 8. April 2010
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