Ein paar Minuten Langeweile - ersehnter Zustand und doch etwas was ich sofort zu beenden suche. Nicht weiter schwierig, es ist immer etwas zu tun. Aber heute nachmittag ist nichts so dringend, dass es nicht bis morgen bequem Zeit hätte und Haus und Hof sind gespenstisch ruhig. Nach ein paar Minuten ziellosen Herumstreifens beschließe ich etwas Sinnvolles zu tun und nehme mir eine Fachlektüre. Dazu habe ich selten Zeit und Lust und schon nach wenigen Kapiteln Lesens in der Sonne fühle ich mich unglaublich entspannt. Eine merkwürdige Reaktion, die wohl auf die Beseitigung eines latenten schlechten Gewissens zurückzuführen ist.
Tatsächlich ergehe ich mich jetzt ganz ohne Langeweile im Betrachten der Stockrosenknospen. Nichtstun in Reinform.
Bedeutet das, dass Empfinden von Langeweile nichts als ein Ausdruck eines schlechten Gewissens ist - und wir empfinden deshalb keine wenn wir uns nach einer vollbrachten Leistung dem dolce vita hingeben? Richtig dosierte Faulheit ist ein Stück Lebenskunst (Goethe, glaube ich.). Heute bin ich eine Künstlerin.
Donnerstag, 26. Juni 2008
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