Vor einigen Jahren hat uns mal jemand ein Foto geschenkt. Darauf guckt ein kleiner Hund unter der Bettdecke hervor - zwischen zwei Paar Füßen. Darunter stand: The essence of sunday.
Als wir heute morgen mit den Settern durch das Bett tobten mußte ich wieder an das Bild denken - es drückt das glückselige Sonntagmorgengefühl aus, wenn kein Wecker zum Aufstehen drängt und der Tag voller Harmonie und Wärme beginnt.
Heute haben wir Fabis 5. Ankunftstag gefeiert, der ja eigentlich am Freitag war. Erst sind wir zum Stadtfest gefahren, wo unser Duo Infernale eine geschlagene halbe Stunde buchstäblich in den Seilen hing - auf dem Trampolin, bevor es mit viel Gelächter die Raupenfahrt rückwärts und vorwärts genoss. Danach ging es ins Kino wo wir uns Nachts im Museum 2 angeschaut haben. Ich bin mir nie sicher, wieviel Fabi wirklich versteht, wenn er einen Film guckt, den ich nicht unterbrechen und immer wieder erklären kann, aber er hatte jedenfalls viel Spaß. Viel Spaß hatte ich auch an Lili, der auf dem Parkplatz auffiel dass Oma recht steif aus dem Auto krabbelte: Oma, vielleicht solltest Du zweimal die Woche zur Gymnastik gehen - damit Du elastischer wirst.
Heute abend hatte ich dann weniger Spass mit ihr. Nachdem sie wieder mal beim Harfe üben nur die guten Stellen übte anstatt sich mit ihren Fehlern zu beschäftigen, und mich dann noch anzickte dass Harfe spielen mache keinen Spass mehr weil ich zu viel meckere, habe ich Harfe und Zubehör ins Gästezimmer geschafft. Jetzt kann sie da ganz alleine und ungestört üben und ich muss mir das Theater meiner Oberzicke, die das Harfespiel derzeit nur noch zum Angeben nutzt, nicht länger anhören. Wenn sie so weiter macht bin ich allerdings dafür den Unterricht mal für eine Weile zu streichen.
Lilis fehlende Arbeitsmoral macht mir auch in schulischen Dingen schwere Sorgen und läßt uns immer wieder aneinander krachen. Ich bin selbst recht faul, und ich sehe dass sie sich die gleichen Schwierigkeiten und Enttäuschungen einhandelt wie ich und wahrscheinlich auch erst spät erkennt, dass ihre Unzufriedenheit und das mangelnde Selbstbewußtsein hausgemacht sind. Wer würde sein Kind nicht davor schützen wollen. Aber natürlich bringt all der Druck gar nichts außer Gegendruck bei meiner starken Tochter. Ich würde sie ja liebend gern mal in Ruhe lassen und zuschauen, wie sie aufläuft - nur läßt diese Gesellschaft den Kindern dafür keine Zeit und Möglichkeit. Das ganze Gerede über weniger Leistungsdruck und Auslese ist hanebüchen (komisches Wort - woher kommt das eigentlich ?), denn die Realität zeigt dass ständig heftig gesiebt wird. Das Konzept einer Gesamtschule wäre für Lili vielleicht das Richtige - aber da Gesamtschulen hier den Ruf haben auf niedrigem Niveau zu unterrichten, kommt das kaum in Frage, denn unterfordert und mit zu vielen Wiederholungen gequält wird Lili vor allem eins: unerträglich.
Sonntag, 7. Juni 2009
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